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Volkstanz & Plattler

Eine der wichtigsten Aufgaben des Vereins ist die Erhaltung, Pflege und das Erlernen von bayerischen Volkstänzen und
Schuhplattlern. Seit 2004 finden die 14-tägigen Proben der Volkstänzer und Plattler gemeinsam statt (siehe auch Vereinsproben).
Im gegenseitigen Wechsel werden Tanz- und Plattlrunden durchgeführt, was auch zu sehr kurzweiligen und unter-
haltsamen Vereinsabenden führt.

Martina Jursch leitet die Volkstanzgruppe die z.Z. aus ca. 10-12 aktiven Paaren besteht und dabei musikalisch von Heinz Stuck
und seiner „Ziach“ begleitet wird. Auftritte der Volkstänzer gibt es meistens bei dem traditionellen Mai- und Seefest zu sehen.
Neben traditionellen Volks- und Trachtentänzen, werden auch Besonderheiten wie die „Münchner Francaise“ einstudiert.

Die Plattler üben und der Leitung des 1. Vorplattler Rainer Gabler und die Gruppe besteht z.Z. aus ca. 6-8 aktiven Plattlern
und Dirndldreherinnen.

Solltet Ihr Interesse am Platteln/Dirndldrehn haben, oder vielleicht traditionelle Tänze wie den Sterntanz, Kronentanz, Holsteiner
Dreitour usw, lernen wollen, kommt ganz unverbindlich zu unseren Vereinsabenden.
Auch „Ziach“spieler sind aufs herzlichste willkommen.

 

        

 

 

Volkstanz (siehe auch Bayerischer Trachtenverband e.V.)

Wer einen Heimatabend, Festabend oder andere trachtlerische Festlichkeiten besucht, gebraucht Auge und Ohr, um die
Vielfalt des Gebotenen zu erfassen. Dazu zählen neben dem Schuhplatteln, dem Gesang und der Musik die an Figuren
reichhaltigen Trachtentänze. Wegen ihrer Schwierigkeit und da sie von einer bestimmten Anzahl an Trachtenpaaren getanzt
werden, kann man diese Trachtentänze nicht zum allgemeinen Volkstanz zählen. In der Fachsprache nennt man sie auch
Schau- oder Vereinstänze. Als wichtigste Trachtentänze kennt man den "Bandltanz", das "Mühlradl", den "Sterntanz",
den "Kronentanz", den "Zwei- und Dreisteierer", den "Laubentanz", den "Sensentanz" sowie den "Sechser- und Achtertanz".

Ob nun im Vereinsleben oder auf Gauebene, die Figurentänze sind fester Bestandteil der Probenarbeiten und stellen eine
wunderbare Ergänzung innerhalb der Brauchtumspflege dar.

 

 

Geschichte des Schuhplattlers (siehe auch Bayerischer Trachtenverband e.V.)

Der Schuhplattler gehört zweifellos zu den markantesten bayerischen Ausdrucksformen. Das Wort Schuhplattler erklärt
sich daraus, dass sich der Tänzer mit den Händen auf die Schuhe (richtiger auf die Schuhsohlen) schlägt. Seine "Erfinder"
waren einfache Leute: Bauern, Jäger, Holzknechte. Schwierig ist es den genauen Ursprung und die Geschichte des
Schuhplattlers darzustellen.
In der von einem Mönch des Klosters Tegernsee um 1050 gefassten Ritterdichtung "Ruodlieb" wird ein dörflicher Tanz
beschrieben. Die darin enthaltene Schilderung von "Sprung und Handgebärde im Tanz" könnte tatsächlich auf eine frühe
Form des Schuhplattlers hinweisen.
Als 1838 die Kaiserin von Russland in Wildbad Kreuth zur Kur weilte,da ehrten sie die Einheimischen mit einer Tanzvorführung,
die dem Schuhplattler schon sehr nahe kam. Der Bursch konnte sich während des Tanzes nach freiem Ermessen zur
Landlermelodie bewegen, Figuren zeigen, springen, schnaggln und platteln, während sich sein Dirndl weiter im Takt drehte
und erst zum Rundtanz von ihm eingeholt wurde. Das unreglementierte, freie Platteln nannte man das "bairisch" Tanzen.
Etwa von der Mitte des 19. Jahrhunderts an setzte sich die Vereinheitlichung der Schuhplattler-Tanzbewegungen durch.
Es gibt etwa 150 unterschiedliche Schuhplattlertänze und in dem Gebiet zwischen Königsee im Osten und Bodensee im
Westen, zwischen Donau im Norden und Tiroler Grenze im Süden, in dem der Schuhplattler bodenständig ist, lassen
sich noch landschaftliche Unterschiede feststellen. So ist im südöstlichen Oberbayern, etwa von Rosenheim bis
Bad Reichenhall, mehr das exakte, strenge Schuhplatteln mit lauten Schlag üblich, im Oberland und dem restlichen
Südbayern dagegen mehr das gemütliche Schuhplatteln auf dem Absatz und mit runderen, lockeren Schlägen zuhause.
Beide Spielarten haben auf ihre Art ihren Reiz. Wo immer er gepflegt wird oder zu sehen ist, wird mit ihm unmittelbar
bayerisches Brauchtum und urtümliche Lebensfreude verknüpft.