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Steinebach 18. Juli 2010

 

Nach einem Jahr Pause, bedingt durch die Ausrichtung der 56. Huosigau Heimattage im Juli 2009, war es heuer endlich mal wieder soweit:
das große Seefest mit Fischerstechen in Steinebach. Wochenlang beherrschte „Wüstenklima“ unsere Wetterlandschaft, doch genau
zu unserem Seefest kam ein Wetterumschwung, wobei am Freitag Abend ein gewaltiger Hagelschauer den Anfang machte.
Ursprünglich was das Seefest für Samstag, den 17. Juli geplant, jedoch war sich der Vorstandschaft sehr schnell einig, das Fest
wird auf Sonntag verschoben, denn alle Wetterberichte im Internet waren sich einig: Samstag Abend Gewitter mit heftigem
Regen, Sonntag Abend kein Niederschlag. Somit war der Plan, alles mögliche am Samstag aufbauen und dann am Sonntag
feiern. Auf Grund der baulichen Aktivitäten am See (Neubau des Kiosk), mussten wir auch etwas improvisieren, sprich ein zweites
Podium wurde am Seeufer aufgebaut um den „Ramseer Musikanten“ auch eine adäquate Bühne zur Verfügung zu stellen. Am Sonntag
Vormittag gab es noch einige Regenschauer, jedoch zu Festbeginn um 17.00 Uhr strahlte die Sonne und es herrschte eine angenehme Temperatur.

Erste Attraktion an diesem Abend waren die Vorentscheidungskämpfe beim Fischerstechen, zu dem sich heuer 16 Teilnehmer einfanden.
Wie üblich erfolgte die Moderation von Wörthsees 1. Bürgermeister Peter Flach und dem 1. Vorstand der D’Donarbichler, Jakob Aumiller.
Danach sorgten die „Ramseer Musikanten“, die 11 Vollblutmusiker vom Amersee für eine prächtige Stimmung. An dieser Stelle nochmals
vielen Dank für einen tollen Abend (weitere Infos zu den " Ramseer Musikanten " unter www.ramseer-blasmusik.de).

In der Zwischenzeit konnten sich unsere Gäste, wie gewohnt, mit frisch gezapftem Bier, gegrilltem Halsgrat und Bratwürsten
sowie Putensteaks stärken. Und ja natürlich auch in diesem Jahr wurden gegrillte Lachsforellen und Saiblinge angeboten, denn
ein Fisch darf bei einem Seefest nicht fehlen. Es gehört auch zu unserer Tradition, Aufführungen unseres Vereins darzubieten,
in diesem Jahr waren dies:

- Einlage der Goaßlschnalzer
- Tanzaufführung der Kindergruppe: „Münchner Polka“ und „Topporzer Kreuzpolka“
- Tanzaufführung der Jugendgruppe: „Kniarutscher“ und „Zillertaler Hochzeitsmarsch“

Gegen 21.00 Uhr kam es dann zum großen Finale beim Fischerstechen, bei dem die Lokalmatadoren die Oberhand behielten.
Sieger wurde Alexander Goldau, „der Schmied von Auing“, der im Finale gegen Matthias Schmitt vom Team „Dick und Doof“ gewann.
Im kleinen Finale setzte sich Peter Gabler, „der Schreiner-Stift“ durch. Unter prächtiger Mondstimmung wurde dann auch vom
Publikum das Tanzbein geschwungen und gegen Mitternacht spielten die „Ramseer“ ihre letzte Zugabe.

Was bleibt somit vom diesjährigen Seefest im Gedächtnis hängen?

Für alle Gäste, hoffentlich ein sehr schöner Sommerabend mit bester Musik, guter kulinarischer Versorgung, abwechslungsreicher
Unterhaltung sowie keinem Tropfen Regen.
Für alle Helfer und Mitwirkenden, hoffentlich das Gefühl ein schönes Fest ausgerichtet zu haben auch wenn einige bis Montag früh
um 4.00 Uhr mit Aufräumen beschäftigt waren.

An Euch alle ein recht herzliches „Vergelt’s Gott“

Wir sehen uns wieder beim Seefest 2011.

Geschichtliches zum Fischerstechen

Bereits vor über 500 Jahren wurde dieser Brauch ausgeübt. In München zum Beispiel sind Fischerstechen aus dem Jahr 1536
auf der Isar nachgewiesen. Das Fischerstechen wird auch als Ritterturnier des kleinen Mannes bezeichnet.

In Ulm geht die Sage um, dass zwei Fischer die ansässigen Mönche im Kloster Reichenau beobachteten, die ein Ritterturnier
veranstalteten. Die beiden Fischer meinten, dass sie dieses auch könnten. Leider mangelte es ihnen an Pferden, so dass sie
auf ihre flachen Booten, den Zillen, ausweichen mussten. Wie bei einem Ritterturnier auch, soll der Gegner hier nicht vom Ross
sondern vom Boot gestoßen werden. Hierzu werden ca. 2,80 m lange Speere benutzt, die am vorderen Ende mit einer
gepolsterten Scheibe versehen sind. Sobald einer von den beiden Gegnern nass geworden ist, oder auch seinen Speer verloren
hat, hat der andere gewonnen. So werden zwischen diversen Fischerzünften regelrechte Turniere veranstaltet.

Die bekanntesten Fischerstechen finden in Ulm, in Bamberg während der Sandkerwa, Neuburg und noch in vielen weiteren
Ortschaften und Städten statt. Manche werden in historischer Kleidung ausgetragen, manche haben einen eher sportiven Charakter.

Die Saison der Fischerstechen ist immer im Sommer, wenn das Wasser warm genug ist und dauert von ca. Juni bis September.

(Quelle: www.brauchtumsjahr.de)

Weitere Bilder auch in der Bildergalerie